Dortmunder Dialog 78



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Schonungslos hat die Pandemie die Rückstände des deutschen Bildungssystems (nicht nur) im Bereich des digitalen Lehrens und Lernens offengelegt, aber auch gezeigt, was geht, wenn Not erfinderisch macht. Darauf aufbauend soll unser Dialog nach vorne schauen und aufzeigen, wie Bildung digital gelingen kann.
Nur zweierlei ist sicher: Es wird nicht billig. Und: Wer flexible Systemlösungen will, muss alle ins Boot holen, die Teil des Systems sind.
Geld scheint gerade nicht das wichtigste Problem zu sein. Weitaus schwieriger und aufwendiger ist es jedoch, mit allen Beteiligten auf allen Ebenen ein neues System des Lernens in der Kombination von Präsenzlernen und digitalem Arbeiten zu entwickeln. Gleichzeitig sollen sich alle auch schon darauf einigen, was dazu gebraucht wird und wie man das beschafft, ohne technologisch in Sackgassen und neue Abhängigkeiten zu laufen.
Aus der Erwachsenenbildung wissen wir, Erwachsene sind nicht belehrbar, aber lernfähig. Lernen muss man wollen, können und dürfen. Und hier müssen vor allem viele Erwachsene sehr viel lernen.
Wie kriegt man es hin, dass eine genügende Zahl im Durchschnitt schon ziemlich alter Lehrender sich neue didaktische Konzepte und Methoden aneignet? Wie kann es gelingen, dass die Schülerinnen und Schüler sich als Gewinner dieser Entwicklung fühlen? Was muss geschehen, dass Leitungen von Schulen völlig unterschiedlicher Art, Kommunen und Schulbehörden sinnvoll zusammenarbeiten, um zu Lösungen zu kommen, die rückholbar sind und gestaltbar bleiben?
Die Pandemie hat schon viele Menschen an allen Ecken und Enden des Bildungssystems gezwungen, sich konstruktive Auswege und Wege zu suchen. Diese Erfahrungen jetzt zu nutzen, die Bereitschaft aus der Not überzuleiten in geduldige Mitarbeit beim Planen und Entwickeln – das dürfte jetzt am meisten gefragt sein.
Im Kreis Gütersloh hat man sich im Rahmen eines Kooperationsprojekts „Schule und digitale Bildung“ auf diesen Weg gemacht. Erfahrungen aus diesem und anderen Projekten auszuwerten und zur Verfügung zu stellen, hat sich das Forum Bildung Digitalisierung zur Aufgabe gemacht.